
Die Organische Leuchtdiodentechnologie (OLED) ist die erste wirkliche Flächenlichtquelle der Geschichte.
Organische Leuchtdioden bestehen aus einer organischen Schichtfolge (Dicke typischerweise um 200 nm), die zwischen einer Anode und einer Kathode eingebracht wird. Im üblichen Fall ist das Substrat Glas, auf das das transparente leitende Oxid Indiumzinnoxid (ITO) aufgebracht wurde. Darauf folgt die organische Schichtfolge und anschließend eine meist metallische Kathode.
Die organischen Schichten sind ungeordnet (amorph) und benötigen aus diesem Grunde keinen kristallinen Untergrund (wie anorganische LED). Aus diesem Grunde können OLEDs auf verschiedensten Untergründen aufgebracht werden und auf große Flächen verteilt werden, was OLEDs als Flächenlichtkörper ideal erscheinen lässt.
Die organischen Materialien werden entweder im Vakuum bei ca. 300-400 °C aufgedampft (sogenannte Small-Molecule OLEDs oder SM-OLEDs), oder flüssig aufgebracht (im Spin-On oder Ink-Jet Verfahren) (sogenannte polymere OLED oder PLED).
Momentan dominieren im Displaymarkt, den bisher einzig existierenden Markt, fast vollständig Produkte auf der Basis von kleinen Molekülen.
Im Bereich der OLED-Beleuchtung werden beide Technologien verfolgt. Durch die rasche Steigerung der Effizienz dieser Leuchtdioden, die heute bei grünen Dioden bereits die anorganischen Leuchtdioden übertreffen, eröffnen OLEDs einen zukünftigen Markt für flächige Beleuchtung. Als flächiger Leuchtkörper mit gegenüber der LED moderater Leuchtdichte ist die OLED ideal geeignet für die Herstellung flächiger diffuser Lichtquellen.
Die OLED-Technologie bietet ein sehr natürliches und hochqualitatives (CRI > 80 – 90) diffuses Licht mit sehr geringen Dicken (1 – 2 mm) in einem weiten Farbspektrum. Zusätzlich ermöglicht die OLED neuartige Realisierungsmöglichkeiten in Form von transparenten und flexiblen Lichtsystemen.
Aufgrund der Neuheit der Technologie sind die technischen Parameter und Fertigungsmöglichkeiten noch in der Entwicklung. Bei kommerziellen Produkten liegt die Effizienz der OLED-Lichterzeugung bei ca. 20 – 25 lm/W im Warmweißbereich, dies wird sich in den nächsten Jahren allerdings rasant in Richtung von 100 lm/W bewegen. Für das Jahr 2012 werden bereits Effizienzen im Bereich von 40 – 50 lm/W erwartet. Hierbei kann im Gegensatz zu anderen Technologien das gesamte Licht für die Anwendung genutzt werden, eine Effizienzreduktion aufgrund von Reflektoren im System ist nicht gegeben.
Auch die Lebensdauer von OLED-Systemen steigt kontinuierlich weiter an. Momentan sind 5.000 Betriebsdauerstunden mit Abfall auf 50% der Anfangsleuchtdichte noch Stand der Technik. Weitaus höhere Lebensdauern wurden im Labor schon erreicht. Derzeit verdoppelt sich die Lebensdauer von OLED pro Jahr, so dass in nächster Zeit ähnliche Lebensdauern wie bei LEDs zu erwarten sind.
